Kopfbaumpflege

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Allgemeine Informationen

Bereits 1987 wurde in Burgwedel mit der Pflege von Kopfbäumen begonnen. Seitdem wurden rund 800 Bäume geschneitelt und über 169 Bäume neu gepflanzt. Nach wie vor werden jedes Jahr zahlreiche Kopfbäume geschneitelt.

Geschneitelte Kopfweiden

Kopfbäume hatten früher eine große ökonomische Bedeutung, weil sie ein wichtiger Rohstofflieferant waren. Man nutze die Ruten für die Korbmacherei oder sicherte Bachschlingen mit Weidenfaschinen. Das Weidenlaub wurde verfüttert oder diente als Einstreu und dicke Aststücke wurden als Zaunpfosten genutzt. Auf Viehweiden dienten Kopfbäume als Schattenspender für das Vieh.

Kopfweiden

Kopfbaumprodukte sind jedoch längst durch Erzeugnisse der Industrie ersetzt worden. Heute findet das Material nur noch in Schulen oder Kindergärten Verwendung, in denen es zum Beispiel zum Bau von Weidentunneln benötigt wird.

Eine mangelnde Pflege - etwa alle 10 bis 15 Jahre müssen Kopfbäume geschnitten werden - führt letztlich dazu, dass die Bäume unter der Kopflast auseinander brechen und in letzter Konsequenz beseitigt werden. Damit verbunden ist der Verlust eines besonders artenreichen Lebensraumes.

Dickstämmige Kopfweiden gehören zu den tierartenreichsten Pflanzen. Vogelarten wie Steinkauz, Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Blau-, Kohl- oder die Weidenmeise nutzen die Bäume zum Brüten. Mäuse, Iltis, Sieben- und Gartenschläfer, Abendsegler und Langohr finden im Kopfbaum sicheren Unterschlupf. Über 180 spezialisierte Insekten wie blattfressende Arten, Gallen, Wickler-Arten, Raupen von Blattwespen, Motten, Zünslern, Pappelbock, Bürstenbinder, sind in Bezug auf Ernährung, Fortpflanzung und Lebensweise von der Weide abhängig. Alleine über 100 Käferarten, wie z.B. der im Stamminneren als Larve lebende Moschusbock, oder der Falter des Weidenbohrers, aber auch Flohkäfer, Schnellkäfer und Rüsselkäfer sind auf diese Baumart angewiesen.

Kopfbäume lassen sich mühelos und kostengünstig schaffen. Hierzu werden Äste mit einer Länge von etwa 3 m und einem Durchmesser ungefähr in Unterarmstärke verwand. Die zur Pflanzung vorgesehen Äste werden am unteren Ende von der Rinde befreit und etwa 70 cm tief eingepflanzt. Nach etwa zwei Jahren werden die Bäume in einer Höhe von etwa 2 m geköpft.

Ansprechpartner/in

 Standort

Herr Schubert
Fuhrberger Straße
30938 Burgwedel
E-Mail: M.Schubert@Burgwedel.de
Telefon: 05139 8973-108
Telefax: 05139 8973-491